vor 3 Monaten

Country Sponsor

Förderung und Vergütung von Agri-Photovoltaik in Deutschland

Agri-Photovoltaik wird in Deutschland vor allem über das EEG und das Marktprämienmodell vergütet. Die Förderung erfolgt meist über Ausschreibungen und ist an technische sowie landwirtschaftliche Voraussetzungen gebunden.

Förderung und Vergütung von Agri-Photovoltaik in Deutschland

Agri-Photovoltaik (Agri-PV) kombiniert landwirtschaftliche Nutzung mit Stromerzeugung auf derselben Fläche.
Für landwirtschaftliche Betriebe stellt sich dabei die zentrale Frage: Welche Fördermöglichkeiten und Vergütungsmodelle gibt es?

1. EEG-Vergütung für Agri-PV

Die wichtigste Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Agri-PV-Anlagen gelten als besondere Form von Freiflächenanlagen und können im Rahmen von Ausschreibungen der Bundesnetzagentur gefördert werden.

Wichtige Punkte:

Teilnahme an EEG-Ausschreibungen (für größere Anlagen)

Zuschlagswert bestimmt die Vergütung pro kWh

Laufzeit der Förderung: in der Regel 20 Jahre

technische Anforderungen an die landwirtschaftliche Nutzung

Agri-PV wird im EEG als „besondere Solaranlage“ berücksichtigt.

2. Ausschreibungen – wie funktioniert das?

Für größere Anlagen (meist ab 1 MW) gilt:

Projekt wird geplant

Teilnahme an einer EEG-Ausschreibung

Gebot mit gewünschtem Vergütungssatz

Zuschlag entscheidet über Förderung

Der Vergütungssatz ist nicht fest, sondern wettbewerblich bestimmt.

3. Marktprämienmodell

Die Vergütung erfolgt in der Regel über das sogenannte Marktprämienmodell:

Strom wird am Markt verkauft

Betreiber erhält zusätzlich eine Marktprämie

Differenz zwischen Marktpreis und Zuschlagswert wird ausgeglichen

Dieses Modell gilt für die meisten größeren Anlagen.

4. Kleinere Agri-PV-Anlagen

Bei kleineren Anlagen kann – abhängig von Leistung und Konstellation – eine feste Einspeisevergütung möglich sein.

Hier gelten:

Leistungsgrenzen des EEG

technische Vorgaben

Registrierung im Marktstammdatenregister

Die Details hängen von der jeweiligen Anlagengröße ab.

5. Zusätzliche Fördermöglichkeiten

Neben der EEG-Vergütung können folgende Programme relevant sein:

Investitionsförderungen auf Landesebene

Innovationsausschreibungen

Programme zur nachhaltigen Landwirtschaft

ggf. Agrarförderprogramme mit Energiekomponente

Diese Förderungen sind projekt- und bundeslandspezifisch.

6. Voraussetzungen für Agri-PV-Förderung

Damit eine Anlage als Agri-PV gilt, müssen u. a. folgende Kriterien erfüllt sein:

landwirtschaftliche Hauptnutzung bleibt erhalten

bestimmte Mindesthöhen oder Modulabstände

Nachweis der Bewirtschaftbarkeit

Dokumentation der landwirtschaftlichen Nutzung

Ohne diesen Nachweis gilt die Anlage als klassische Freiflächen-PV.

7. Wirtschaftliche Aspekte

Die Wirtschaftlichkeit hängt ab von:

Investitionskosten

Anlagengröße

Stromertrag

Zuschlagswert aus der Ausschreibung

landwirtschaftlicher Weiterbewirtschaftung

Finanzierungskosten

Agri-PV-Projekte sind in der Regel kapitalintensiver als klassische Freiflächenanlagen, bieten jedoch Flächendoppelnutzung.

8. Unterschied zur klassischen Freiflächen-PV

Agri-PVKlassische FreiflächeLandwirtschaft bleibt möglich | Fläche meist ausschließlich PV
Höhere Investitionskosten | Geringere Investitionskosten
Zusätzliche technische Anforderungen | Standardisierte Bauweise
Teilweise Innovationsförderung | Standard-EEG-Ausschreibung

Fazit

Agri-Photovoltaik wird in Deutschland primär über das EEG und das Marktprämienmodell gefördert.
Die Vergütung erfolgt in der Regel über Ausschreibungen, während zusätzliche Förderprogramme projektabhängig sind.

Für landwirtschaftliche Betriebe ist eine sorgfältige Projektplanung entscheidend, da Agri-PV höhere technische und wirtschaftliche Anforderungen stellt als klassische Freiflächenanlagen.