vor 5 Tagen
Viele Photovoltaikanlagen wurden vor Jahren für einen deutlich geringeren Stromverbrauch geplant. Durch Wärmepumpen, Elektroautos und neue elektrische Verbraucher stoßen ältere Anlagen heute häufig an ihre Grenzen.
In den vergangenen Jahren hat sich der Stromverbrauch in vielen Haushalten deutlich verändert. Während eine Photovoltaikanlage früher hauptsächlich Haushaltsgeräte versorgen sollte, kommen heute oft weitere Verbraucher hinzu. Wärmepumpen, Wallboxen für Elektroautos und moderne Gebäudetechnik erhöhen den Strombedarf spürbar.
Viele Hausbesitzer stellen deshalb fest, dass die vorhandene PV-Anlage zwar weiterhin zuverlässig arbeitet, die erzeugte Strommenge jedoch nicht mehr ausreicht, um den aktuellen Bedarf abzudecken. Die Frage lautet dann häufig: Muss die Anlage erweitert werden oder gibt es andere Möglichkeiten?
Als viele Anlagen geplant wurden, war die Situation häufig eine andere als heute.
Typische Verbraucher waren:
Inzwischen hat sich der Energiebedarf vieler Gebäude verändert.
Neue Verbraucher sind beispielsweise:
Dadurch steigt der Stromverbrauch oft um mehrere tausend Kilowattstunden pro Jahr.
Eine Photovoltaikanlage, die vor einigen Jahren ausreichend dimensioniert war, kann deshalb heute deutlich kleiner wirken als ursprünglich geplant.
Nicht immer fällt die veränderte Situation sofort auf. Häufig zeigen sich jedoch bestimmte Hinweise im Alltag.
Dazu gehören:
Besonders bei Haushalten mit mehreren neuen Stromverbrauchern wird schnell deutlich, dass die bestehende Solarstromproduktion nicht mehr den tatsächlichen Bedarf abdeckt.
Wenn die bestehende Anlage zu klein geworden ist, gibt es verschiedene Ansätze.
Die naheliegendste Lösung besteht häufig darin, zusätzliche Solarmodule zu installieren.
Voraussetzungen können sein:
Durch zusätzliche Module lässt sich die jährliche Stromproduktion erhöhen und ein größerer Teil des Verbrauchs durch Solarstrom decken.
Nicht immer liegt das Problem ausschließlich bei der Größe der Anlage.
Auch die Nutzung des erzeugten Stroms spielt eine wichtige Rolle.
Durch eine bessere Abstimmung von Stromerzeugung und Stromverbrauch kann der Eigenverbrauch erhöht werden.
Beispiele:
Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom aufnehmen und später bereitstellen.
Dadurch wird mehr selbst erzeugte Energie im Gebäude genutzt.
Wichtig ist jedoch:
Ein Speicher kann keine zusätzliche Energie erzeugen. Wenn die PV-Anlage insgesamt zu wenig Strom produziert, kann auch ein Batteriespeicher dieses Defizit nicht vollständig ausgleichen.
Besonders deutlich wird die Situation bei Haushalten mit Wärmepumpe und Elektroauto.
Beide Systeme erhöhen den Stromverbrauch erheblich.
Eine Wärmepumpe benötigt abhängig von Gebäude und Heizverhalten mehrere tausend Kilowattstunden Strom pro Jahr. Auch ein Elektroauto verursacht zusätzliche Energieverbräuche, die früher nicht eingeplant wurden.
Dadurch verändert sich die gesamte Energiebilanz des Hauses.
Viele Anlagen, die ursprünglich für den Haushaltsstrom ausgelegt wurden, erreichen unter diesen Bedingungen ihre Grenzen.
Ein Hausbesitzer verfügt über eine Photovoltaikanlage mit 4 kWp Leistung. Bei der Installation vor einigen Jahren war dies ausreichend für den normalen Haushaltsverbrauch.
Später wird eine Wärmepumpe installiert. Kurz darauf folgt ein Elektroauto.
Obwohl die PV-Anlage weiterhin zuverlässig Strom produziert, steigt der Netzstrombezug deutlich an. Die vorhandene Solarstrommenge reicht nicht mehr aus, um den zusätzlichen Bedarf vollständig abzudecken.
In solchen Fällen wird häufig geprüft, ob freie Dachflächen für zusätzliche Module genutzt werden können.
Die Anforderungen an Gebäude verändern sich kontinuierlich.
Viele moderne Häuser entwickeln sich zu vernetzten Energiesystemen mit:
Dadurch wird die Frage nach der richtigen Anlagengröße immer wichtiger. Eine Anlage sollte nicht nur den aktuellen Bedarf berücksichtigen, sondern möglichst auch zukünftige Entwicklungen im Haushalt.
Eine Photovoltaikanlage wird nicht automatisch schlechter, wenn sie den heutigen Strombedarf nicht mehr vollständig deckt. Häufig haben sich vielmehr die Anforderungen im Gebäude verändert.
Wärmepumpen, Elektroautos und neue elektrische Verbraucher führen dazu, dass viele ältere Anlagen neu bewertet werden müssen. Ob eine Erweiterung sinnvoll ist, hängt von den technischen Möglichkeiten, dem verfügbaren Platz und dem zukünftigen Energiebedarf ab.
Fest steht jedoch: Die optimale Größe einer PV-Anlage von vor einigen Jahren ist nicht zwangsläufig die optimale Größe für die Anforderungen von heute.